Newsletter – 1. Quartal 2026

Forschungsprogramm Stadtverkehr (FoPS)
zur Verbesserung der Verkehrsverhältnisse der Gemeinden

Sehr geehrte Damen und Herren,

vielen Dank für Ihr Interesse am FoPS-Newsletter.

Mit dem Newsletter erhalten Sie einmal pro Quartal gebündelt aktuelle Informationen, Hinweise und Updates zum Forschungsprogramm Stadtverkehr.

Wir wünschen Ihnen viel Freude beim Lesen und freuen uns auf Ihr Feedback.

FoPS-Programm

Seit über 50 Jahren unterstützt das Bundesministerium für Verkehr (BMV) mit dem Forschungsprogramm Stadtverkehr (FoPS) Bundesländer, Städte, Kreise, Kommunen und Verkehrsbetriebe bei den Herausforderungen zur Gestaltung einer zukunftsfähigen Mobilität. Mit dem Forschungsprogramm werden Forschungsaufträge finanziert, die für typische Verkehrsprobleme in Städten und Gemeinden modellhafte und möglichst bundesweit übertragbare Lösungen beinhalten.

Die Projekte werden teils vom BMV selbst, aber auch von den beiden Ressortforschungseinrichtungen Bundesanstalt für Straßen- und Verkehrswesen (BASt) und dem Deutschen Zentrum für Schienenverkehrsforschung (DZSF) als Auftragsforschung initiiert und fachlich begleitet.

Nähere Infos zum Forschungsprogramm und dessen Aufstellung finden Sie hier.

Neue FoPS-Projekte gestartet

Machbarkeitsstudie Neues Mobilitätspanel – Konzeption einer neuen Erhebung (77.0708)

Laufzeit: 01.01.2026 – 31.03.2027

Auftragnehmerin: Karlsruher Institut für Technologie (KIT), Institut für Verkehrswesen (IfV)

Ziel dieses Forschungsprojektes ist es, die Methodik für den Aufbau und die Pflege eines geeigneten Panels inklusive Befragungskonzept für die zukünftig stattfindende MiD-aktuell zu entwickeln. Die MiD-aktuell soll dabei als Panel-Befragung angelegt sein. Sie soll bundesweit repräsentative und jahresrepräsentative Aussagen zur Alltagsmobilität und relevanter Mobilitätskennziffern liefern (z.B. Modal Split, Verkehrsmittel-Verfügbarkeit, übliche Verkehrsmittelnutzung).

 

Führung des Radverkehrs auf kurzen Ortsdurchfahrten (77.0706)

Laufzeit: 01.03.2026 – 31.08.2028

Auftragnehmerin: Bergische Universität Wuppertal

Ziel dieses Forschungsprojektes ist es, (möglichst quantifizierbare) Indikatoren für die Entscheidung zu liefern, wann ein Wechsel auf die Fahrbahn oder ein Seitenwechsel auf die Nebenanlage der gegenüberliegenden Seite gegenüber der Fortführung der Zweirichtungsführung zu empfehlen ist.

Dies soll v. a. in Abhängigkeit von der Länge der Ortsdurchfahrt, des vorherrschenden Geschwindigkeitsniveaus, der Anzahl der sicherheitsrelevanten Ein- und Ausfahrten und möglicher Nutzungskonkurrenzen im Seitenraum abgesichert bewertet werden können. 

Ziel ist zudem eine leicht nachvollziehbare Typisierung von Ortsdurchfahrten als Grundlage für Entscheidungen bzgl. der Führung des Radverkehrs. Weiterhin sollen Einsatzgrenzen in Bezug zur Leistungsfähigkeit abgeleitet werden für den Einsatz von Schutzstreifen mit schmaler Kernfahrbahn ggfs. in Verbindung mit Tempo 30 zur Unterstützung der fahrbahnseitigen Radverkehrsführung und eine vergleichende Bewertung von Markierungslösungen als Unterstützung des Mischverkehrs vorgenommen werden.

Ab 01.04.2026 startet auch das Projekt „Konfliktlösungen bei der Planung von Straßenbahn-Netzerweiterungen“ (VB780010); weitere Infos im nächsten Newsletter.

Eine Übersicht über alle FoPS-Projekte mit dem jeweils aktuellen Projektstatus finden Sie unter fops.de.

Projekte in der Vergabephase

Fußverkehrsnetze für nachhaltige Mobilität und attraktive öffentliche (Straßen-) Räume (77.0702)

Die hohe Bedeutung des Fußverkehrs erfährt zunehmende Anerkennung. Dies gilt sowohl für Wege, die ausschließlich zu Fuß zurückgelegt werden als auch für intermodale Wege, vor allem in Kombination mit dem ÖPNV. Der Schnittstelle von Fußverkehr und ÖPNV kommt in diesem Zusammenhang eine besondere Bedeutung zu. In der Planungspraxis spiegelt sich diese bei der Gestaltung von Straßenräumen oftmals nur unzureichend wider, wenn beispielsweise auch in Bereichen mit erhöhten Fußverkehrsaufkommen und städtebaulicher Bedeutung für den Fußverkehr lediglich Flächen mit Mindestmaß zugewiesen werden. Eine systematische Klassifizierung von Fußverkehrsnetzen analog zu den Netzen für den Kfz- und Radverkehr könnte die Erfüllung der Anforderungen des Fußverkehrs an Bewegung und Aufenthalt für konkrete Straßenplanungen unterstützen, wird aber bisher kaum durchgeführt.

Ziel dieses Forschungsprojekts ist es, Methoden zur Identifizierung und Weiterentwicklung von Fußverkehrsnetzen darzustellen und zu diskutieren. Auf dieser Grundlage ist eine ausgewählte Methode für einen übertragbaren Einsatz im Bundesgebiet auszuarbeiten. Es hat eine Systematisierung und eine breite Darstellung der verschiedenen Ansätze sowohl der Netzentwicklung bzw. -hierarchisierung wie auch der dazu benötigten Methoden zu erfolgen. Dies ist für verschiedene Raumtypen, von kleinen Orten bis hin zu Großstädten zu betrachten. Hierbei sind planerische Ansätze, beispielsweise nach EFA bzw. auch technische Methoden wie GIS-unterstütze Ansätze (z. B. Fußverkehrsentwicklungsplan in Leipzig) zu betrachten. Auch Ansätze aus dem Ausland sind zu berücksichtigen.

Angebotsfrist bis 14.04.2026

Vergabeunterlagen finden Sie hier.

Erfolgreiche Projektabschlüsse

Die Schlussberichte/Forschungsergebnisse der nachfolgenden Projekte befinden sich teils noch im Abnahmeprozess bzw. werden derzeit zur Veröffentlichung in 2026 vorbereitet.

  • Unternehmensübergreifende Vernetzung der Sharing-Mobilitätsangebote durch offene Standards und Schnittstellen (VB700971)
  • Weiterentwicklung einer geeigneten Bewertungsmethodik für kommunale Straßen (77.0514)
  • Ermittlung von Fußverkehrsaufkommen aus Kurzzeitzählungen und Umfelddaten (77.0608)
  • Erfassung und Bewertung des baulichen Zustandes von städtischen Radverkehrsanlagen (70.0957)
  • Qualität von Flächen des Fußverkehrs bei Freigabe für den Radverkehr (77.0600)
  • Modellentwicklung zur Analyse der Widerstandsfähigkeit intermodaler ÖPNV-Netze unter betrieblichen Störfällen (VB 780002)

Eine Übersicht über FoPS-Forschungsergebnisse (seit 2015) finden Sie ebenfalls unter fops.de.

Veröffentlichung Forschungsergebnisse

Qualität von Flächen des Fußverkehrs bei Freigabe für den Radverkehr (77.0600)

Der Rad- und Fußverkehrsanteil am Verkehrsaufkommen steigt in vielen Städten kontinuierlich an. Durch die begrenzte Flächenverfügbarkeit entstehen dadurch neue Konkurrenzsituationen. Es wirft grundlegende Fragen zur Gestaltung und Regelung gemeinsam genutzter Verkehrsflächen auf. Das Forschungsprojekt „Qualität von Flächen des Fußverkehrs bei Freigabe für den Radverkehr“ widmete sich der Fragestellung, unter welchen Bedingungen das Zulassen von Radverkehr auf ursprünglich für den Fußverkehr vorgesehenen Flächen erlaubt werden könnte, projektbezogen fokussiert auf die Freigabe von Gehwegen für den Radverkehr mit Zeichen 239 StVO „Sonderweg Fußgänger“ und Zusatzzeichen 1022-10 StVO „Radfahrer frei“.

Den Schlussbericht mit den Handlungsempfehlungen finden Sie hier.

Qualitätssicherung der Beleuchtung bei artenschutzrechtlich gebotener Um- und Nachrüstung (77.0605)

Ziel des Forschungsvorhabens war die Entwicklung eines Verfahrens, mit dem artenschutzrechtlich gebotene Um- oder Nachrüstungen von Beleuchtungsanlagen lichttechnisch bewertet werden können.

Für die Verfahrensentwicklung wurden die technischen Möglichkeiten für Um- und Nachrüstungen zusammengetragen und die Anforderungen an das Verfahren definiert. Hierfür wurden Abweichungen zwischen Simulation und Messung und deren Einflussparameter untersucht. Es folgten Untersuchungen zum Einfluss von Nachrüstungsmaßnahmen auf lichttechnische Parameter, die Entwicklung und Evaluierung eines Winkelmessers zur einfachen Überprüfung von Streulicht sowie aufwärts gerichtetem Licht, die Entwicklung eines Tools zur Berechnung des G-Index sowie die Entwicklung eines Tools zur Bewertung der Energieeffizienz.

Auf Grundlage der Arbeiten wurde ein vereinfachtes Berechnungs- und Messverfahren zur Beurteilung der Beleuchtungsqualität bei artenschutzrechtlich vorgenommener Um- oder Nachrüstung von Straßenbeleuchtungsanlagen entwickelt. Dieses mündete in einer konkreten Handlungsempfehlung für Kommunen, Planende sowie zuständige Fachbehörden.

Den Schlussbericht mit Handlungsempfehlungen finden Sie hier.

Wir wünschen Ihnen ein frohes Osterfest.

Ihr Team vom Forschungsprogramm Stadtverkehr (FoPS)

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